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San Eustorgio

Etwas südlich von S. Lorenzo Maggiore mit seinen römischen Säulen liegt S. Eustorgio. Die frühchristliche Anlage aus dem vierten Jahrhundert verdankt ihren Namen dem Griechen Eustorgios, seines Zeichens neunter Bischof von Mailand. Heutige Besucher bewundern vielleicht das ungewöhnliche rot-weiße Äußere der Kirche, den fast 80 Meter hohen Campanile, den prächtigen Altar oder die unglaublichen detailreichen Fresken und Statuen im Inneren. Nur wenige wissen um die Bedeutung, die dieser Bau einst hatte.

Der Überlieferung nach war es eben jener Bischof Eustorgios, der die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland, ein Geschenk eines Sohnes Konstantins, nach Mailand brachte und sie in dieser Kirche in einem Sarg einlagerte. Der Schatz geriet mit der Zeit in Vergessenheit – bis Kaiser Friedrich Barbarossa die Kirche im Jahr 1164 fast vollständig ausraubte und zerstörte. Die Gebeine und Reliquien der Könige ließ er nach Köln überführen. Übrigens: Der Dom zu Köln ist auch heute noch im Besitz der Reliquien.

San Eustorgio

San Eustorgio ©iStockphoto/claudiodivizia

Von Eustorgio aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Porta Ticinese, dem alten südlichen Stadttor. Wer S. Eustorgio am späten Nachmittag besucht, kann im Anschluss zum Beispiel durch das Navigli-Viertel spazieren, das gleich hinter dem Tor beginnt. Hier finden sich Eisdielen und Trattorien, Second-Hand-Läden, jede Menge Bars und Restaurants.