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Santa Maria presso San Satiro

Ein architektonisches und gestalterisches Kleinod erwartet alle Mailand-Besucher ganz in der Nähe der Piazza Mercanti: Die Kirche Santa Maria presso San Satiro. Leicht läuft man an dem relativ kleinen, mit schlichten runden Fenstern geschmückten Gebäude vorbei. Das liegt einfach daran, dass dieses künstlerisch wertvolle Schätzchen heutzutage zwischen Via Torino, Via Speronari und Via Unione regelrecht eingekeilt ist. Wagen Sie trotzdem einen kurzen Blick hinein, es erwartet Sie eine Überraschung.

Schon allein der (vermeintliche) Erbauer dieser Kirche ist Grund genug, ihr einen Besuch abzustatten. Niemand geringeres als der Baumeister des Petersdomes in Rom, Donato Bramante, soll an den Entwürfen gearbeitet haben. Neuere Forschungen ergaben zwar, dass die elegante Fassade von Giovanni Antonio Amadeo stammt, Bramante zeigt sich jedoch tatsächlich für einen Teil des Gebäudes verantwortlich – die Perspektive nämlich. Und die ist hier tatsächlich bemerkenswert.

Santa Maria presso San Satiro

Santa Maria presso San Satiro ©iStockphoto/lkpro

Bekannt ist S. Maria presso S. Satiro für ihre illusionistische Architekturmalerei. Im Rahmen des Umbaus der aus dem 9. Jahrhundert stammenden Kirche im 15. Jahrhundert hätte eigentlich auch der Chor erweitert werden sollen. Allein, es fehlte das Geld. Hier griff Bramante nachweislich zu einem Trick: Statt eine Erweiterung zu bauen, malte er ganz einfach eine, täuschend echt, mit tonnengewölbter Kassettendecke.